Cold Brew Tea: Der ultimative Guide
Wenn die meisten Menschen an Tee denken, denken sie zuerst an etwas Heisses. Das ändert sich. Tee ist aussergewöhnlich vielseitig. Mit Geschmack, Tanninen und Struktur bietet er eine Tiefe, die nur wenige Botanicals allein erreichen. Während sich Trinkgewohnheiten zunehmend weg von Alkohol und Zucker bewegen, findet Tee seinen verdienten Platz im Glas. Cold Brew Tea zeigt genau, wie spannend diese Entwicklung ist.
Cold Brew Tea zuzubereiten ist einfacher, als viele denken: kaltes Wasser, etwas Zeit und ein Gefäss, das du gerade zur Hand hast. In diesem Guide beantworten wir die häufigsten Fragen zu Cold Brew Tea: was ihn ausmacht, wie er funktioniert, welche Tees sich eignen und wie du ihn auf deine eigene, stilvolle Art zubereitest.
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Wie schmeckt Cold Brew Tea?
Kaltes Wasser extrahiert langsamer und selektiver als heisses. Die Aromen lösen sich nach und nach aus dem Blatt, während ein grosser Teil der Tannine und Adstringenz, die heisses Wasser in wenigen Minuten freisetzt, zurückbleibt. Das Ergebnis ist eine weichere Textur, ein klarerer Abgang und mehr Präzision in floralen, pflanzlichen und fruchtigen Noten, die sonst von Tannin überlagert werden können. Ein Grüntee, der heiss aufgegossen leicht adstringierend wirkt, schmeckt kalt oft sanft süsslich. Ein floraler Oolong wirkt klarer und definierter. Cold Brew Tea ist keine verdünnte Version desselben Getränks. Der Geschmack wirkt einfach zugänglicher.

Iced Tea vs. Cold Brew Tea: Was ist der Unterschied?
Die beiden Methoden sind verwandt, führen aber zu unterschiedlichen Ergebnissen. Es lohnt sich, den Unterschied zu verstehen.
Iced Tea wird mit heissem Wasser stärker als üblich aufgebrüht und danach gekühlt oder über Eis serviert. Er trägt das volle Extraktionsprofil eines heissen Aufgusses in sich: Tannine, Struktur und direkte Intensität. Das Kühlen verändert die Temperatur, nicht aber das, was aus dem Blatt gelöst wurde. Deshalb wird Iced Tea oft mit Sirup oder zusätzlicher Süsse ergänzt, um die Adstringenz auszugleichen.
Cold Brew beginnt kalt und bleibt kalt. Die Blätter ziehen in kaltem oder zimmerwarmem Wasser langsam durch, meist im Kühlschrank. Je nach Tee dauert das zwischen 45 Minuten und über Nacht. Die Extraktion ist von Anfang an langsam. Genau deshalb schmeckt das Ergebnis anders. Weniger Griff. Mehr Klarheit. Ein längerer, weicherer Abgang.

Was brauchst du für Cold Brew Tea?
Sehr wenig: ein Gefäss mit Deckel, kaltes Wasser und etwas Zeit.
Für Teebeutel reicht jedes Glas, jede Flasche oder Karaffe. Für losen Tee brauchst du entweder ein Gefäss mit Filter, einen integrierten Infuser oder unsere selbst befüllbaren Teebeutel. Diese bestehen aus ungebleichtem PLA auf Maisstärkebasis und sind kompostierbar. Sie geben losem Tee genug Raum, sich vollständig zu entfalten. Das ist besonders bei grossblättrigen Tees wichtig, die in einem engen Infuser kaum ihr volles Aroma abgeben.
Je nach Rezept gibst du Tee oder Teebeutel ins Gefäss, füllst kaltes Wasser dazu, verschliesst es und stellst es kühl. Mehr braucht es nicht.
Wenn du Eis verwenden möchtest, gib es erst beim Servieren dazu und nicht während des Ziehens. Zu frühes Eis verdünnt den Aufguss, bevor er sich vollständig entwickeln kann. Wir geniessen Cold Brew Tea persönlich am liebsten ohne Eis.

Welches Wasser eignet sich für Cold Brew Tea?
Kaltes Leitungswasser funktioniert grundsätzlich gut. Wenn dein Leitungswasser stark chloriert ist, sind gefiltertes oder stilles Mineralwasser die bessere Wahl, da Chlor feine Aromen schnell dämpfen kann. Sehr mineralhaltiges Wasser oder extrem reines Wasser kann den Geschmack ebenfalls verfälschen.
Eine fixe Zieltemperatur gibt es nicht. Kaltes Wasser und Wasser bei Raumtemperatur funktionieren beide. Bei Raumtemperatur zieht der Tee etwas schneller und kann minimal voller wirken. Für die meisten Anwendungen ist die Zubereitung im Kühlschrank einfacher und hält den Aufguss durchgehend stabil.

Wie lange hält sich Cold Brew Tea?
Fertiger Cold Brew Tea hält sich im Kühlschrank bis zu drei Tage. Danach verliert das Aroma langsam an Spannung. Grün und Weisstees sind am empfindlichsten und schmecken innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach dem Ziehen am besten. Schwarztees und Oolongs bleiben etwas länger stabil, ohne deutlich an Geschmack zu verlieren.
Kann man Cold Brew Tea erneut aufgiessen?
Bei losem Tee kannst du es einmal versuchen. Der zweite Aufguss wird jedoch deutlich leichter und weniger präzise im Geschmack. Bei Teebeuteln ist ein zweiter kalter Aufguss meist zu dünn, um sich wirklich zu lohnen.
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Cold Brew nach Teesorte: Ein Guide
Das Prinzip ist bei allen Tees ähnlich: kaltes Wasser, Zeit und Kühlung. Mengenverhältnis und Ziehzeit verändern sich je nach Teesorte. Nachfolgend findest du die wichtigsten Kategorien mit konkreten Zeiten aus unserem Sortiment.
Grüntee
Bei Grüntees überzeugt Cold Brew besonders schnell. Die pflanzliche Intensität, die bei heissem Wasser schnell bitter werden kann, wirkt kalt klar und sanft süsslich. Grasige Noten werden weicher. Der Abgang wird länger, ohne von Adstringenz verkürzt zu werden.
Besonders japanische Grüntees verändern ihren Charakter deutlich. Ein Gyokuro, der heiss bei 60 °C aufgegossen wird, zeigt Tiefe, Gewicht und ausgeprägtes Umami. Kalt aufgegossen wirkt dasselbe Blatt transparenter: fein, herzhaft-süsslich und lang im Abgang.
Für lose Grüntees empfehlen wir als Ausgangspunkt 1 g Tee auf 100 ml Wasser.

Weisstee
Weiße Tees gehören zu den dankbarsten Tees für die Kaltaufguss - Methode - und zu denjenigen, die dabei besonders eindrucksvolle Ergebnisse liefern. Ihr Geschmacksprofil ist von Natur aus zart, floral und leicht honigsüß; kalt extrahiert entfaltet sich genau jene Klarheit und Feinheit, die durch heißes Wasser manchmal überdeckt werden kann.
Bamboo Snow White und White Bud Silver Needle profitieren beide von einer Ziehzeit von 8-12 Stunden im Kühlschrank, um ihr volles Aroma zu entwickeln. White Bud Silver Needle ergibt auf diese Weise einen besonders eleganten Aufguss: hell, floral und von einer natürlichen Süße geprägt, die keinerlei Zusätze benötigt. Rose White benötigt lediglich eine Stunde Ziehzeit und eignet sich daher ideal, wenn Sie noch am selben Nachmittag einen Cold Brew genießen möchten. Organic Lapsang Bai Mu Dan wird ebenfalls über Nacht aufgegossen.
Als allgemeine Richtlinie für weiße Tees empfiehlt sich 1 g Tee pro 100 ml Wasser sowie eine Ziehzeit über Nacht.
Jasmine Silver Needle, bei dem die Jasminblüten während der Verarbeitung sorgfältig mit den Teeblättern geschichtet werden, entwickelt als Cold Brew ein besonders feines und ausgewogenes Aromaprofil. Im Vergleich zur heißen Zubereitung wirkt die Jasminnote sanfter und subtiler, sie steht nicht im Vordergrund, sondern trägt die Komposition harmonisch durch den Aufguss.

Oolong Tee
Oolong-Tees sind die vielseitigste Kategorie für Cold Brew - denn Oolong ist die vielseitigste Kategorie innerhalb der Teewelt. Ein leicht oxidierter, floraler Tie Guan Yin und ein kräftig gerösteter Da Hong Pao werden so unterschiedlich verarbeitet, dass sie auf die Kaltaufguss-Methode nahezu gegensätzlich reagieren.
Für Oolong-Tees empfiehlt sich grundsätzlich 1 g Tee pro 100 ml Wasser. Dunklere Oolongs wie Organic Dong Ding, Phoenix Dan Cong, und Taiwan Oriental Beauty entfalten ihr Aroma nach etwa 4 Stunden Ziehzeit im Kühlschrank. Leichtere Oolongs wie Nong Xiang Tie Guan Yin, Jin Guan Yin, und Magnolia Oolong profitieren hingegen von einer Ziehzeit über Nacht. Durch die sanfte Extraktion treten ihre floralen, an Orchideen erinnernden Duftnoten besonders klar hervor, während die geringere Dominanz von Gerbstoffen dem vielschichtigen Aromenspiel Raum zur Entfaltung gibt.
Oriental Moments, die Oolong-Komposition der Kollektion, sollte ebenfalls über Nacht ziehen. Gerade bei dieser Mischung lohnt es sich, etwas mehr Zeit einzuplanen: Wird sie zu kurz aufgegossen, gehen jene feinen aromatischen Schichten verloren, die ihren besonderen Charakter ausmachen.

Schwarztee
Kalt aufgebrühter Schwarztee präsentiert sich ganz anders als sein heiß zubereitetes Pendant. Die Gerbstoffe treten deutlich in den Hintergrund, wodurch fruchtige Noten, malzige Nuancen und eine angenehme Tiefe stärker zur Geltung kommen. Gerade deshalb eignet sich Cold Brew Schwarztee hervorragend als Begleitung zu Speisen.
Schwarztee ist hinsichtlich der Ziehzeit die variabelste Kategorie für die Kaltaufguss-Methode und bewegt sich je nach Sorte zwischen ein und vier Stunden. Organic English Breakfast, Assam English Breakfast, und Organic Darjeeling Summer Singell erreichen ihr volles Aroma bereits nach etwa zwei Stunden. Sie eignen sich besonders gut als erfrischender Cold Brew für den Morgen – am Vorabend angesetzt, sind sie pünktlich zum Start in den Tag bereit. Organic Royal Keemun und Organic Japanese Benifuuki benötigen etwa eine bis anderthalb Stunden Ziehzeit. Besonders bei Benifuuki lässt sich sein charakteristisches, natürlich an Muskateller erinnerndes Aromaprofil in der Kaltzubereitung hervorragend erkennen, da es nicht von ausgeprägten Gerbstoffen überlagert wird.
Als allgemeine Empfehlung gilt 1 g Tee pro 100 ml Wasser. Die Ziehzeit richtet sich nach der jeweiligen Sorte und kann – je nach Rezeptur – bis zu vier Stunden betragen.
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Kräutertee und Rooibos
Kräuteraufgüsse und Rooibos profitieren auf besondere Weise von der Kaltaufguss-Methode: Ihre natürliche Süße tritt deutlich hervor, ohne dass sich Bitterstoffe entwickeln. Da weder Kräuter noch Rooibos Gerbstoffe aus der Teepflanze enthalten, entsteht ein besonders weiches und ausgewogenes Geschmackserlebnis.
Die meisten Kräuterinfusionen in unserem Sortiment entfalten ihr volles Potenzial bei einer Ziehzeit über Nacht. Organic Chamomile Blossoms benötigt mindestens sechs Stunden, wobei eine längere Ziehzeit zu einem besonders runden, honigartigen Aromaprofil führt. Organic Mint Duo entwickelt über Nacht einen klaren, intensiv aromatischen Aufguss, ohne die leicht mentholartige Schärfe, die bei heißer Zubereitung frischer Minze gelegentlich auftreten kann. Lemon Verbena Lavender profitiert ebenfalls von einer Ziehzeit über Nacht und ergibt einen duftenden, leicht erdigen Aufguss, bei dem die Lavendelnoten dezent im Hintergrund bleiben und die Komposition harmonisch abrunden.
Apple Elderflower Cocktail, Rush Hour Berry, und Tropical Rooibos eignen sich ebenfalls hervorragend für einen Kaltaufguss über Nacht. Serviert in einem hohen Glas über Eis und mit einer Scheibe Zitrusfrucht werden sie zu erfrischenden alkoholfreien Longdrinks. Besonders bei Rush Hour Berry wirkt die Fruchtigkeit in der Kaltzubereitung weicher und voller, während die bei heißer Zubereitung gelegentlich wahrnehmbare Säure deutlich zurücktritt.
Für die meisten Kräuteraufgüsse empfiehlt sich eine Dosierung von 1 g pro 100 ml Wasser. Bei Organic Chamomile Blossoms genügt hingegen 0,5 g pro 100 ml, da die Blüten während des Aufgusses deutlich an Volumen gewinnen und sich vollständig entfalten.
Mit Cold Brew Tea experimentieren
Cold Brew Tea ist pur bereits aromatisch und erfrischend. Gleichzeitig lässt er viel Raum für eigene Akzente. Wir experimentieren gerne mit frischen Blüten, Früchten, Kräutern und Gewürzen. Sie geben nur eine feine Essenz ab, ergänzen aber die bestehenden Aromen und bringen auch optisch etwas Besonderes ins Glas. Zum Beispiel ganze Rosenblüten in Schwarztee, frische Ananas in geröstetem Oolong oder ein Zweig Thymian in English Breakfast Tea.
Cold Brew Tea zu Essen kombinieren
Wein funktioniert zu Essen über Struktur: Tannin, Säure und Alkohol. Diese Elemente setzen Fett und Fülle etwas entgegen und schaffen Kontrast. Cold Brew Tea funktioniert anders. Durch die langsame Extraktion bleiben die Tannine niedrig, Alkohol spielt keine Rolle. Statt ein Gericht zu durchbrechen, begleitet er es. Er verlängert Aromen, hält den Gaumen zwischen den Bissen klar und trägt aromatische Noten in den Abgang.
Dadurch wird Cold Brew Tea zu einer durchdachten alkoholfreien Begleitung am Tisch.

Grün- und Weisstees passen gut zu leichteren Gerichten wie Gemüse, Fisch, Meeresfrüchten oder Geflügel. Ein kalt aufgegossener Gyokuro zu einem feinen Fischgericht nimmt das Umami des Gerichts auf und führt es weiter.
Oolongs harmonieren mit reichhaltigeren und fetteren Speisen. Die Textur eines kalt aufgegossenen Tie Guan Yin wirkt weich und geschmeidig am Gaumen, ohne ihn auszutrocknen. Dadurch bleibt der Charakter der Speisen auch zwischen den einzelnen Bissen erhalten und wird nicht überdeckt. Da Hong Pao entfaltet in Kombination mit gerösteten oder luftgetrockneten Speisen eine besondere Harmonie: Seine mineralischen Noten treten in einen spannenden Dialog mit rauchigen Aromen und der Fülle von Fett und verleihen dem Zusammenspiel zusätzliche Tiefe und Komplexität.

Schwarztees harmonieren hervorragend mit würzigen Speisen, Getreidegerichten und allem, was geröstete Aromen mitbringt. Als Cold Brew behalten sie ausreichend Struktur und Präsenz, um geschmacklich interessant zu bleiben, ohne die Adstringenz, die bei heißer Zubereitung gelegentlich mit Salz oder Gewürzen konkurrieren kann.
Kräuterinfusionen funktionieren am besten als aromatische Begleiter, die die Aromen eines Gerichts aufgreifen und weiterführen. Wird beispielsweise Lemon Verbena Lavender zu einem sommerlichen Gericht mit frischen Kräutern serviert, verlängert sich dessen Duft- und Aromenspektrum nahtlos vom Teller ins Glas.
In hohen oder besonders gestalteten Gläsern statt in klassischen Teetassen serviert, fügt sich Cold Brew Tee ganz selbstverständlich in ein modernes Dining-Erlebnis ein. Seine elegante Präsentation macht ihn zu einem natürlichen Bestandteil der Tischkultur – ganz ohne weitere Erklärung.
Cold Brew für komplexe Tees und Fine Dining
Das Cold Brewing eignet sich besonders für Tees, die Aufmerksamkeit belohnen – insbesondere für die sortenreinen und auf eine einzige Ernte zurückgehenden Tees unserer Platinum Collection. Heiß aufgegossen stehen bei diesen Tees Struktur, Intensität und Ausdruckskraft im Vordergrund. Kalt aufgebrüht verschiebt sich die Balance: Die Textur wird weicher, während feinere Nuancen deutlicher hervortreten. Florale Facetten, subtile mineralische Noten oder ein Nachhall, der sich mit steigender Temperatur im Glas weiterentwickelt, lassen sich ohne die Präsenz ausgeprägter Gerbstoffe besonders präzise wahrnehmen.
Die Cold-Brew-Methode für die Platinum Collection unterscheidet sich bewusst von der klassischen Zubereitung. Statt einer langen Extraktion in größeren Mengen werden diese Tees in kleinen Portionen aufgegossen: 5 g Tee auf 150 ml kaltes Wasser. Die Ziehzeit reicht von etwa 1,5 Minuten bei besonders feinen japanischen Grüntees bis zu 10 Minuten bei weißen Tees und chinesischen Spezialitäten. Mehr Blattgut, weniger Wasser und deutlich kürzere Ziehzeiten führen zu einem konzentrierten und präzisen Aufguss, der eher an die Präsentation eines edlen Weins als an ein klassisches Erfrischungsgetränk erinnert.
Gerade im Fine-Dining-Bereich entfaltet dieses Format sein volles Potenzial. In kleinen Gläsern serviert, fungieren die Platinum Cold Brews als anspruchsvolle Alternative zu Wein: strukturiert genug, um ein Gericht zu begleiten, und zugleich charakterstark genug, um auch für sich allein zu überzeugen.
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Westlicher vs. japanischer Cold Brew
Nicht jeder Cold Brew wird auf dieselbe Weise zubereitet. Die gewählte Methode prägt den Charakter des Aufgusses ebenso stark wie der Tee selbst.
Die westliche Cold-Brew-Methode arbeitet mit größeren Teemengen und längeren Ziehzeiten. Das Ergebnis ist ein Aufguss mit mehr Körper, einer runderen Textur und einem insgesamt kräftigeren Geschmacksprofil.
Die japanische Cold-Brew-Methode verfolgt einen anderen Ansatz: Hier werden weniger Teeblätter verwendet und die Ziehzeiten deutlich kürzer gehalten. Ein hochwertiger Sencha oder Gyokuro, der nur wenige Minuten kalt aufgegossen wird, kann eine bemerkenswerte Klarheit entwickeln – süß, frisch und präzise auf eine Weise, die nicht das Ziel der westlichen Methode ist. Die Textur wirkt leichter, die Aromen erscheinen klarer, und die für japanische Grüntees typische Umami-Note tritt besonders unmittelbar und unverfälscht hervor.
Als Ausgangspunkt empfehlen sich etwa 2–3 g Tee auf 300 ml Wasser, bei einer Ziehzeit von wenigen Minuten bis zu etwa einer Stunde – abhängig von der jeweiligen Teesorte. Da die Teeblätter nach vollständiger Benetzung meist zu Boden sinken, kann der Tee sogar direkt lose in einer Wasserflasche zubereitet und über den Vormittag hinweg genossen werden.
Durch kleine Anpassungen des Verhältnisses von Tee zu Wasser lassen sich unterschiedliche Facetten desselben Tees entdecken, ohne dabei die charakteristische Balance und Klarheit dieser Zubereitungsmethode zu verlieren.
Cold Brew auf einen Blick
| Teekategorie | Teemenge (pro 1 Liter Wasser) | Ziehzeit |
|---|---|---|
| Grüntee | 10g | 45 Minuten – 2 Stunden |
| Weißer Tee | 10g | 1 Stunde – über Nacht |
| Oolong | 10g | 4 Stunden – über Nacht |
| Schwarztee | 10g | 1,5 – 4 Stunden |
| Puerh | 15g | 6 – 8 Stunden |
| Kräuterinfusionen | 9–24g | 4 Stunden – über Nacht |
| Rooibos | 10–14g | Über Nacht |
Wie fängst du an?
Wo anfangen?
Ein Teebeutel in einer 350-ml-Flasche mit kaltem Wasser, für die empfohlene Zeit im Kühlschrank gezogen, ist die einfachste Form des Cold Brewings. Es funktioniert zuverlässig und bietet einen unkomplizierten Einstieg. Für losen Tee orientieren Sie sich an den oben genannten Mengenverhältnissen, verwenden Sie ein verschließbares Gefäß und lassen Sie den Aufguss im Kühlschrank ziehen. Im Zweifelsfall ist eine etwas längere Ziehzeit meist die bessere Wahl als eine zu kurze. Ein zu schwach extrahierter Cold Brew wirkt oft dünn und wenig ausdrucksstark, während ein leicht länger gezogener Aufguss selten unangenehm wird. Durch die schonende Extraktion und den geringen Gerbstoffanteil ist Cold Brew deutlich verzeihender als eine zu lange Heißaufguss-Zubereitung.
Die einfachste Gewohnheit besteht darin, den Cold Brew bereits am Vorabend vorzubereiten. Viele Tees, die von längeren Ziehzeiten profitieren, sind bewusst für eine Extraktion über Nacht geeignet. So steht der Tee am Morgen trinkbereit im Kühlschrank und bleibt in der Regel bis zum nächsten Tag frisch.
Wenn Sie Cold Brew Tee zum ersten Mal ausprobieren, wählen Sie am besten eine Teesorte aus einer Kategorie, die Sie bereits als Heißaufguss schätzen. Die geschmacklichen Unterschiede sind meist so deutlich, dass Cold Brew schnell als eigenständiges Teeerlebnis wahrgenommen wird. Von dort aus eröffnet sich eine große Vielfalt an Tees – während die Zubereitungsmethode erfreulich einfach bleibt.
Sollten Sie Fragen zu einzelnen Teesorten, den optimalen Dosierungen oder zum Einsatz von Cold Brew Tee in Gastronomie, Hotellerie oder Food-Pairings haben, beraten wir Sie gerne. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – wir helfen Ihnen dabei, das volle Potenzial von Cold Brew Tee zu entdecken.


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